14.03.2020

Liebe Geschwister,

aufgrund der jüngsten Entwicklungen und Beschlüsse hinsichtlich der Corona-Verbreitung sind auch wir in der Pflicht, unseren Umgang damit zu bedenken. Zwischen Hysterie und Ignoranz gilt es, einen angemessenen und vernünftigen Weg zu finden, der sich an die politischen und kirchlichen Vorgaben und Entscheidungen anlehnt. Auch die SV-Zentrale hat nun Richtlinien und verbindliche Empfehlungen herausgegeben, sodass auf dieser Basis die Entscheidungen hinsichtlich der Veranstaltungen in unserem Bezirk wie folgt aussehen:

Ab sofort werden keine regelmäßigen Veranstaltungen und Gottesdienste stattfinden. Der nächste (vom jetzigen Standpunkt ausgehende) feste Termin wird an Karfreitag, 10. April sein. Während dieser Zeit werden wir versuchen, für jeden Sonntag eine Predigt auf der Homepage zur Verfügung zu stellen, entweder auf sv-goeggingen.org oder auf sv-welzheim.org unter “Predigten”. Diese kann dann zuhause angehört werden, durchaus auch Sonntagmorgen um 10:30 Uhr, da wir trotz dieser Ausnahmesituation eine Gemeinschaft sind, die zum gleichen Zeitpunkt vor Gott tritt um zu Hören und zu ihm zu Beten.
Sämtliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wird mindestens bis 29. März ausgesetzt, sollte bis dahin Entwarnung erfolgen, kann vor den Osterferien noch jew. ein Treffen stattfinden, andernfalls werden bis nach den Osterferien keine Kinderveranstaltungen stattfinden.

Die Hauskreise treffen sich nach eigenem Ermessen, wobei auch hier alle Meinungen berücksichtigt werden sollten.

Sollten sich hinsichtlich des Zeitraums Änderungen ergeben, werden wir euch informieren. An dieser Stelle auch die Bitte an euch, diejenigen zu informieren, die keine E-Mail erhalten.

Es geht uns mit diesen Entscheidungen nicht darum, in wilden Aktionismus zu verfallen, sondern uns als Gemeinde in die überregionalen Regelungen mit einzufügen und Angriffsflächen bzw. Risiken zu minimieren. Dies aber in dem festen Wissen, dass wir unser Vertrauen in Gott und nicht in Quarantänemaßnahmen setzen – auch hier gilt die für unseren Bezirk gezogene Jahreslosung aus Matthäus 6,34: “Sorgt euch nicht um das, was morgen sein wird! Denn der Tag morgen wird für sich selbst sorgen.” Lasst uns unsere Sorgen unserem Herrn im Himmel bringen, mutig und befreit weitergehen und dann zu gegebener Zeit die nächsten Schritte bedenken!

Als hilfreiche und ermutigende Botschaft möchte ich euch noch folgendes Video ans Herz legen, wo in aller Kürze ein sinnvoller Umgang mit der Situation geschildert wird: https://www.youtube.com/watch?v=80gZnv7Dx64

Martin Luther, der zu seiner Zeit mit weitaus schlimmeren Krankheiten und Seuchen zu kämpfen hatte, meinte dazu in einem Brief folgendes: “Und denke so: Wohlan, der Feind hat uns durch Gottes Verhängnis Gift und tödliche Krankheit herein geschickt, so will ich zu Gott bitten, dass er uns gnädig sei und wehre. Danach will ich auch räuchern, die Luft reinigen helfen, Arznei geben und nehmen. Orte und Personen meiden, da man meiner nicht bedarf, auf dass ich mich selbst nicht verwahrlose und dazu durch mich vielleicht viele andere vergiften und anstecken und ihnen so durch meine Nachlässigkeit Ursache des Todes sein möchte. Will mich indes mein Gott haben, so wird er mich wohl finden, so habe ich doch getan, was er mir zu tun gegeben hat, und bin weder an meinem eigenen noch an anderer Menschen Tode schuldig. Wo aber mein Nächster mein bedarf, will ich weder Orte noch Personen meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen, wie oben gesagt ist. Siehe, das ist ein rechter, gottesfürchtiger Glaube, der nicht dummkühn noch frech ist und auch Gott nicht versucht.”

Lasst uns im Gebet Gott um seinen Beistand bitten, ihm auch alle direkt Betroffenen (sowohl Erkrankte als auch medizinisches Personal) anbefehlen und gleichzeitig um einen geistlichen Aufbruch gerade durch die Corona-Wirren bitten. Die Gesprächsmöglichkeiten angesichts der wachsenden Angst sind groß und wir können jemanden vorstellen, der die Welt (und die Angst) überwunden hat!

Seid herzlich gegrüßt und in IHM gesegnet,

Uli und Claudius